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Herbstrübe – Vergessene Vielfalt

Die Herbstrübe gehört botanisch zur Gattung Brassica, Art Brassica rapa, Unterart Brassica rapa subsp. rapa. Zu dieser Unterart gehören auch viele weitere Rüben, die alle unter dem Sammelbegriff „Speiserübe“ zusammengefasst werden, wie beispielsweise die Wasserrübe, das Teltower Rübchen und die Mairübe. Die Herbstrübe wird auch Stoppelrübe genannt, da ihre Aussaat nach der Ernte von Wintergetreide in das ungepflügte Stoppelfeld erfolgt (Vogel, 1996).

Seit dem Mittelalter stellen Speiserüben in Deutschland eine wichtige Nahrungsquelle dar (ibid.). Auch in Tirol hat der Verzehr der Herbstrübe eine lange Geschichte. Sie hatte bis weit nach dem zweiten Weltkrieg eine große Bedeutung für die Ernährung der Bevölkerung. Der Anbau diente in der Regel der Selbstversorgung. Die Verwendungsmöglichkeiten sind vielseitig. Neben der Rübe können auch die Blätter verzehrt werden. Die geraspelte Rübe kann milchsauer vergoren werden, wodurch das sogenannte Rübenkraut entsteht. Dieses Rübenkraut versorgte die Menschen mit Nährstoffen und bot Abwechselung auf dem Speiseplan während des Winters. In Stifte geschnitten, in Scheiben oder geraspelt kann sie auch roh in Salaten und auf dem Brot verwendet werden. Auch ein Schnaps wird aus der vielseitigen Rübe hergestellt, der sogenannte Krautinger (Vogl-Lukasser et al., 2007).

Wie viele andere Wurzelgemüse, hat auch die Herbstrübe neben der Kartoffel an Bedeutung verloren, galt sie doch im Mittelalter noch als Grundnahrungsmittel.
Die Herbstrübe hat einen etwas strengen Geschmack, der an Rettich erinnert. Grund dafür ist das enthaltene bakterizide 2-Phenylethylsenföl. Die Speiserübe hat einen geringen Energiegehalt mit etwa 25 kcal pro 100 g, was mit dem hohen Wassergehalt von ca. 90 % zusammenhängt. Mit 20 mg Vitamin C pro 100 g ist die Rübe relativ reich an diesem Vitamin. Auch bei der Deckung des Tagesbedarfs an Calcium, Magnesium und Kalium kann die Rübe einen Beitrag leisten (Vogel, 1996). 

Die Speiserübe ist eine zweijährige Pflanze. Die Knolle, die für den Gärtner interessant ist, bildet sich bereits im ersten Jahr. Im zweiten Jahr würde sich ein verzweigter Blütenstand mit gelben Blüten bilden, so lange wird die Rübe jedoch in der Regel nicht kultiviert. Durch ihre kurze Vegetationszeit eignet sie sich auch für den Anbau als Vor- oder Nachfrucht (ibid.).

Generell kann die Herbstrübe auf allen für Gemüse nutzbaren Böden angebaut werden. Besonders günstig sind humose, lehmige Sandböden. Ungünstig sind Staunässe und saure Böden (ibid.).

Gute Nachbarn im Beet sind Buschbohnen, Erbsen, Dill, Kopfsalat und Mangold (Heimberger-Preisler, 2018). Tomaten, Gurken, Kartoffeln und Mais eignen sich als Nachfrucht (Becker-Dillinger, 1956). Generell kann die Herbstrübe auf allen für Gemüse nutzbaren Böden angebaut werden. Besonders günstig sind humose, lehmige Sandböden. Ungünstig sind Staunässe und saure Böden (Vogel, 1996)
 
Die Speiserübe und auch andere Kreuzblütler sollten nur alle drei bis vier Jahre angebaut werden, um Probleme mit der Kohlhernie (Plasmodiophora brassicae) vorzubeugen. Falscher Mehltau (Peronospora parasitica) und Fusarienwelke (Fusarium spp.) treten weniger häufig auf. Tierische Schädlinge wie der Rapserdfloh (Psylliodes chrysocephalus), Erdflöhe (Phyllotreta spp.), Kohleule (Mamestra brassicae), und der Große Kohlweißling (Pieris brassicae) können Löcher in Blätter und Stängeln verursachen (Vogel, 1996). Herbstrüben sind Schwachzehrer, eine Düngung ist also im Hobbyanbau nicht nötig (Heimberger-Preisler, 2018). Bei hohen Stickstoffgaben kommt es zu erhöhtem Nitratgehalt (Vogel, 1996). In der Pflege ist die Herbstrübe relativ unkompliziert. Regelmäßige Wassergabe wird empfohlen, ebenso sollte die Verunkrautung des Bodens verhindert werden (ibid.).

Für die Aussaat der Herbstrübe eignet sich ein Reihenabstand von 25-50 cm, der Pflanzenabstand sollte 20-30 cm betragen. Im Freiland ist die Direktsaat üblich. Das Vorziehen von Pflanzen im Gewächshaus ist zwar möglich, aber nicht nötig (Vogel, 1996).
Herbstrüben sind sehr gut lagerfähig. Sie lassen sich in kühlen Räumen bis ca. April lagern. Dazu entfernt man die Blätter und steckt die Rüben in eine Kiste mit leicht feuchtem Sand (ibid.).

 
Anbauzeitraum
Besonderheiten
Toleranzen und Resistenzen
Runde, weiße
Rotköpfige
Aussaat:
Anfang Juli bis Mitte August

Ernte:
Mitte September bis Mitte November

Vegetationsperiode:
ca. 8-10 Wochen
• Rübe rund, weißfleischig, Rinde weiß, über der Erde rot
• gestielte, fiederspaltige grasgrüne Blätter
• schnellwüchsig
• Blüten bilden sich erst im zweiten Jahr
• gut lagerfähig in einen kühlen Raum in Sand
toleriert einen trockenen Herbst, wenn Niederschlag oder Bewässerung zur
Saatzeit ausreichend waren

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